10 Jahre Landrat Unterallgäu: Hans-Joachim Weirather

5.8.2016 Lankris Unterallgäu. Seit genau zehn Jahren lenkt Hans-Joachim Weirather die Geschicke des Landkreises. Die Unterallgäuer wählten den Fellheimer im Juli 2006 zum neuen Landrat und Nachfolger von Dr. Hermann Haisch. Im August trat der Freie Wähler sein Amt an.

Zusammen mit den Kreistagsmitgliedern und den Mitarbeitern am Landratsamt seien seitdem viele wichtige Projekte auf den Weg gebracht und umgesetzt worden, blickt der 57-Jährige zurück. „Ich hatte von Anfang an den Anspruch, für die Heimat etwas Gutes tun zu wollen. Dazu gehören auch Investitionen in Infrastruktur und Bildung.“ In den vergangenen zehn Jahren seien 60 Millionen Euro in den Tiefbau und 108 Millionen Euro in den Hochbau gesteckt worden.

Als einen Meilenstein sieht Weirather die Erweiterung und Sanierung weiterführender Schulen. „Wir können stolz darauf sein, dass wir es geschafft haben, innerhalb von wenigen Jahren alle weiterführenden Schulen auf Vordermann zu bringen, die in der Hauptträgerschaft des Landkreises sind. Das war ein Kraftakt für alle Beteiligten.“ Die Arbeiten an den Schulzentren in Ottobeuren, Babenhausen und Bad Wörishofen stünden kurz vor dem Abschluss. Bereits fertig saniert seien das Gymnasium in Türkheim und die beruflichen Schulen in Mindelheim und Memmingen. Eine Erfolgsgeschichte sei auch die Technikerschule für Maschinenbau in Mindelheim – von der Errichtung bis zum jetzigen Betrieb mit zahlreichen Bewerbern. „Durch dieses neue Angebot und die jetzt wieder hochmodernen Schulen haben wir das Unterallgäu als Bildungsstandort deutlich gestärkt“, sagt der Landrat.

Zu den bedeutendsten Projekten im Straßenbau zählt er unter anderem die Errichtung der neuen Illerbrücke in Illerbeuren, die Entschärfung der Wolfertschwender Steige und den Bau einer Entlastungsstraße für Memmingerberg. Ein ebenso wichtiges Projekt war Weirather zufolge die Ersetzung des Bahnübergangs in der Bad Wörishofer Straße in Mindelheim durch eine Unterführung.

Aber auch in vielen anderen Bereichen habe man in den vergangenen Jahren etwas bewegt. So habe man das Unterallgäu zum Beispiel als Rad- und Wanderregion weiterentwickelt, resümiert der Kreischef. Die Wegebeschilderung sei vereinheitlicht, das Streckennetz kontinuierlich verdichtet worden – etwa mit neuen Radwegen auf den ehemaligen Bahnlinien zwischen Ottobeuren und Westerheim sowie zwischen Kellmünz und Babenhausen. Zudem seien ein Senioren- und Klimaschutzkonzept sowie ein Aktionsplan für Menschen mit Behinderung erarbeitet und bereits zahlreiche Projekte daraus umgesetzt worden. „Für unsere Senioren setzen wir uns dafür ein, dass diese möglichst lange zuhause wohnen bleiben können – auch, wenn wir drei hervorragende Kreis-Seniorenwohnheime haben“, sagt Weirather und fügt hinzu: „Und es geht uns darum, dass das Unterallgäu seinen Beitrag zur Energiewende und inklusiven Gesellschaft leistet.“

Eine der größten Herausforderungen in seiner bisherigen Amtszeit war für den Landrat die Unterbringung von mehr als 1000 Asylbewerbern im vergangenen Jahr. „Das war eine Herkulesaufgabe“, betont er. Ein Ziel für die kommende Zeit sei es, die Zusammenarbeit der Unterallgäuer Kreiskliniken mit dem Klinikum Memmingen weiterzuverfolgen und die Kreiskliniken in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

Neben den vielen Projekten, die durch die konstruktive Zusammenarbeit in den Kreisgremien angepackt worden seien, fällt auch Weirathers persönliche Bilanz nach zehn Jahren im Amt positiv aus: „Ich bin sehr gerne Landrat und habe große Freude daran.“ Bevor er ans Landratsamt wechselte, war der Bauingenieur und dreifache Familienvater Leiter des Wasserwirtschaftsamts in Kempten. Weirathers zweite Amtszeit – er wurde 2012 wiedergewählt – endet 2020. Dann findet die nächste Landratswahl statt.

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