14.11.2016 – Geflügelpest: Aktueller Stand im Landkreis Lindau

14.11.2016 Landkreis Lindau. Mittlerweile wurde im Landkreis Lindau bei fünf weiteren toten Wasservögeln der Virus H5N8 nachgewiesen. Insgesamt ist damit bei vier Reiherenten, einer Möwe, einem Schwan und einem Graureiher diese hochpathogene Art der Vogelgrippe bestätigt.

Am Wochenende wurden nochmals sechs Wasservögel am Bodenseeufer tot aufgefunden.

„Wir sind sehr erleichtert, dass sich ein Verdachtsfall in einem Vorarlberger Geflügelbetrieb nahe der Grenze zu Bayern nicht bestätigt hat,“ so Landrat Elmar Stegmann. Hier waren alle Proben negativ.

Nach wie vor gilt im Landkreis Lindau die am Freitag eingerichtete Beobachtungszone. In diesem Bereich gilt für jegliches Geflügel Stallpflicht. Auch bittet das Landratsamt nochmals ausdrücklich alle Hundebesitzer, ihre Tiere in der Nähe des Bodenseeufers anzuleinen um eine Weiterverbreitung des Virus einzudämmen.

Bürgerinnen und Bürger werden weiterhin aufgerufen, den Fundort toter Wasservögel direkt beim Veterinäramt unter der Telefonnummer 08382 270-502 zu melden. Diese Telefonnummer ist täglich von 8 bis 17 Uhr besetzt und nimmt nur Fundortmeldungen aus dem Landkreis Lindau entgegen.

Allgemeine Information und Verhaltensregeln

Bewegen Sie tote Wasservögel nicht.

Informieren Sie das Landratsamt über den Fund toter Wasservögel unter der Telefonnummer 08382 210-502. Die Vögel werden dann von Mitarbeitern des Veterinäramtes fachmännisch geborgen und zur Analyse an ein Labor versandt.

Wenn Sie einen toten Singvogel z.B. im Garten finden, brauchen Sie uns nicht zu informieren, da eine Erkrankung mit Geflügelpest nicht zu erwarten ist.

Leinen Sie Ihren Hund an, wenn Sie mit ihm im Uferbereich spazieren gehen! Jagende Hunde können Wildvögel aufschrecken und damit zu einer Virusverbreitung führen. Wenn Sie als Katzenhalter nah am Uferbereich wohnen, empfehlen wir Ihnen, die Tiere nicht frei laufen zu lassen. Eine Übertragung auf Hunde und Katzen ist eher unwahrscheinlich, aber nicht ganz ausgeschlossen.

Der Verzehr von Geflügelfleisch, Eiern und sonstigen Geflügelprodukten ist unbedenklich. Selbst bei einer Infektion von Hausgeflügelbeständen ist für den Verbraucher keine Gefahr zu erwarten, weil das Virus bereits bei +70° Celsius – und damit bei der üblichen küchenmäßigen Zubereitung – sicher abgetötet wird.

FAQ zur Geflügelpest

1. Was versteht man unter Geflügelpest?

Die Vogelgrippe, auch unter dem Namen Geflügelpest bekannt, ist eine Geflügelerkrankung. Das Auftreten des gefährlichen Virus ist eine akute Gefahr für unser heimisches Geflügel.

2. Wo wurden Fälle von Geflügelpest in Deutschland aktuell festgestellt?

Im November 2016 gab es Meldungen aus Schleswig-Holstein, und von den Anrainerstaaten des Bodensees (Baden-Württemberg, Österreich und Schweiz).

3. Welcher Typ Influenzavirus wurde hier gefunden?

Es wurde H5N8 festgestellt.

4. Woher kommt das Geflügelpestvirus H5N8?

Erstmals wurde es 2014 in Südkorea nachgewiesen, aber Ausbrüche wurden auch in China, Japan und in der EU (Deutschland, Niederlande, Großbritannien) gemeldet.

5. Ist H5N8 auf den Menschen übertragbar?

Bislang wurden weltweit keine Infektionen des Menschen mit H5N8 nachgewiesen.

6. Welche Vogelarten sind empfänglich für Geflügelpest?

Hausgeflügel: Hühner, Puten, Enten, Gänse, Fasanen, Wachteln und Strauße oder Emus

Wildvögel: am Bodensee bislang vor allem Reiherenten, Zwerg- und Haubentaucher, Möwen, Schwäne, Reihern oder Blässhühnern, aber auch Greifvögel und Eulen

Singvögel erkranken in der Regel nicht an Geflügelpest.

7. Sind Hunde und Katzen gefährdet?

Eine Übertragung auf Hunde und Katzen ist sehr unwahrscheinlich. Wir empfehlen jedoch bei Spaziergängen im Uferbereich oder bei Wohnlage am Seeufer Hunde und Katzen nicht freilaufen zu lassen.

8. Wie wird Geflügelpest übertragen?

Grundsätzlich findet die Ansteckung über den direkten Tier zu Tier Kontakt statt. Jedoch können die Viren auch über Ausscheidungen, Fahrzeuge, Personen, Futter oder Trinkwasser übertragen werden.

9. Was mache ich, wenn ich einen toten Vogel finde?

Verständigen Sie das Veterinäramt unter der Telefonnummer 08382-270 502 und versuchen Sie den Standort möglichst genau zu beschreiben. Singvögel sind nicht betroffen, nur Wassergeflügel, Hühner-, Gänse- und Greifvögel.

10. Ich bin Geflügelhalter und habe meine Tierhaltung noch nicht beim Veterinäramt gemeldet?

Melden Sie Ihre Geflügelhaltung umgehend unter Angabe von Name, Adresse und Anzahl der gehaltenen Tiere unter der Telefonnummer 08382-270 502.

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