14.11.2016 – Vogelgrippe im Landkreis Lindau

14.11.2016 Landkreis Lindau. Für den Landkreis Lindau stehen nun erste Maßnahmen zur Eindämmung der gefährlichen Geflügelpest fest. So richtet das Landratsamt Lindau eine Beobachtungszone ein. Dies betrifft Teile von Lindau, Wasserburg und Sigmarszell sowie Bodolz und Nonnenhorn.

In dieser Zone gilt ab sofort für jegliches Geflügel Stallpflicht. Betroffen sind davon 64 Betriebe mit etwa 520 Tieren. Die Stallhaltung wird jedoch aus Vorsorgegründen für den gesamten Landkreis empfohlen.

Auch wenn für Menschen dieser Virus nach aktuellem Kenntnisstand nicht gefährlich ist, so rät das Landratsamt dennoch, keine toten Tiere zu berühren, um das Virus nicht weiterzuverbreiten. Ebenso gilt die Empfehlung, Hunde und Katzen im Uferbereich und in der Nähe des Bodensees nicht frei laufen zu lassen. Bei zwei toten Reiherenten, die am Mittwoch aufgefunden wurden, konnte die hochansteckende Form der Vogelgrippe H5N8 festgestellt werden. Bei weiteren fünf Tieren steht dieser Befund noch aus.

„Wir müssen die Entwicklung der Tierseuche auch in unseren Nachbarländern genau beobachten“, so Landrat Elmar Stegmann. In einem Betrieb in Hard, Vorarlberg, müssen heute 1.000 Tiere auf einem Geflügelhof gekeult werden. Ein weiterer Verdachtsfall in einem Geflügelbetrieb wurde heute Nachmittag im Nachbarland gemeldet. „Je nachdem, wie sich die Geflügelpest räumlich ausbreitet, müssen wir auch unsere Maßnahmen situationsbedingt anpassen.“

„Die Stallpflicht soll sicherstellen, dass Wildvögel keinen Zugang zu Futter- und Tränkeeinrichtungen von Hausgeflügel bekommen, da hierüber eine Übertragung der Krankheit stattfinden könnte“, erklärt Dr. Harald Wirsching, Leiter des Fachbereichs Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung. Im Landkreis Lindau gibt es derzeit 423 Geflügelhalter mit insgesamt 14.420 Tieren.

Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, tote Tiere nicht zu berühren, sondern den Fundort direkt beim Veterinäramt unter der Telefonnummer 08382 270-502 zu melden. Diese Nummer ist auch am Wochenende besetzt.

Bewegen Sie tote Wasservögel nicht.

Informieren Sie das Landratsamt über den Fund toter Wasservögel unter der Telefonnummer 08382 210-502. Die Vögel werden dann von Mitarbeitern des Veterinäramtes fachmännisch geborgen und zur Analyse an ein Labor versandt.

Wenn Sie einen toten Singvogel z.B. im Garten finden, brauchen Sie uns nicht zu informieren, da eine Erkrankung mit Geflügelpest nicht zu erwarten ist.

Leinen Sie Ihren Hund an, wenn Sie mit ihm im Uferbereich spazieren gehen! Jagende Hunde können Wildvögel aufschrecken und damit zu einer Virusverbreitung führen. Wenn Sie als Katzenhalter nah am Uferbereich wohnen, empfehlen wir Ihnen, die Tiere nicht frei laufen zu lassen. Eine Übertragung auf Hunde und Katzen ist eher unwahrscheinlich, aber nicht ganz ausgeschlossen.

Der Verzehr von Geflügelfleisch, Eiern und sonstigen Geflügelprodukten ist unbedenklich. Selbst bei einer Infektion von Hausgeflügelbeständen ist für den Verbraucher keine Gefahr zu erwarten, weil das Virus bereits bei +70° Celsius – und damit bei der üblichen küchenmäßigen Zubereitung – sicher abgetötet wird.

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