21.11.2016 – Geflügelpest: Aktueller Stand im Landkreis Lindau

21.11.2016 Lindau (Bodensee). Nachdem in mehreren bayerischen Landkreisen bei tot aufgefundenen Wasservögeln der Vogelgrippevirus nachgewiesen wurde, gilt seit Freitag, 18. November für ganz Bayern die Stallpflicht für Geflügel.

Das Landratsamt Lindau hat deshalb eine neue Anordnung erlassen.

Im Landkreis Lindau wurden Stand heute seit Feststellung der Vogelgrippe 49 Wasservögel tot aufgefunden. Bei 13 wurde der Virus nachgewiesen, wobei aufgrund des aktuellen Seuchengeschehens nicht mehr alle tot aufgefundenen Tiere zur Untersuchung eingeschickt werden.

Untersucht werden nur noch tote Tiere, die an neuen Standorten aufgefunden werden oder neue Vogelarten. Betroffen sind bisher Reiherenten, Möwen, Schwäne und Graureiher.

Am Wochenende wurden im Landkreis auch tote Wasservögel im Hinterland gefunden. Diese wurden von den Veterinären zur Untersuchung eingeschickt.

Hundebesitzer sollten weiterhin in der Nähe des Bodenseeufers ihre Hunde anleinen, Katzen sollten in diesem Bereich nicht frei streunen.

Allgemeine Information und Verhaltensregeln

Bewegen Sie tote Wasservögel nicht.

Informieren Sie das Landratsamt über den Fund toter Wasservögel unter der Telefonnummer 08382 210-502. Die Vögel werden dann von Mitarbeitern des Veterinäramtes fachmännisch geborgen und zur Analyse an ein Labor versandt.

Wenn Sie einen toten Singvogel z.B. im Garten finden, brauchen Sie uns nicht zu informieren, da eine Erkrankung mit Geflügelpest nicht zu erwarten ist.

Leinen Sie Ihren Hund an, wenn Sie mit ihm im Uferbereich spazieren gehen! Jagende Hunde können Wildvögel aufschrecken und damit zu einer Virusverbreitung führen. Wenn Sie als Katzenhalter nah am Uferbereich wohnen, empfehlen wir Ihnen, die Tiere nicht frei laufen zu lassen. Eine Übertragung auf Hunde und Katzen ist eher unwahrscheinlich, aber nicht ganz ausgeschlossen.

Der Verzehr von Geflügelfleisch, Eiern und sonstigen Geflügelprodukten ist unbedenklich. Selbst bei einer Infektion von Hausgeflügelbeständen ist für den Verbraucher keine Gefahr zu erwarten, weil das Virus bereits bei +70° Celsius – und damit bei der üblichen küchenmäßigen Zubereitung – sicher abgetötet wird.

FAQ zur Geflügelpest

1. Was versteht man unter Geflügelpest?

Die Vogelgrippe, auch unter dem Namen Geflügelpest bekannt, ist eine Geflügelerkrankung. Das Auftreten des gefährlichen Virus ist eine akute Gefahr für unser heimisches Geflügel.

2. Wo wurden Fälle von Geflügelpest in Deutschland aktuell festgestellt?

Im November 2016 gab es Meldungen aus Schleswig-Holstein, und von den Anrainerstaaten des Bodensees (Baden-Württemberg, Österreich und Schweiz).

3. Welcher Typ Influenzavirus wurde hier gefunden?

Es wurde H5N8 festgestellt.

4. Woher kommt das Geflügelpestvirus H5N8?

Erstmals wurde es 2014 in Südkorea nachgewiesen, aber Ausbrüche wurden auch in China, Japan und in der EU (Deutschland, Niederlande, Großbritannien) gemeldet.

5. Ist H5N8 auf den Menschen übertragbar?

Bislang wurden weltweit keine Infektionen des Menschen mit H5N8 nachgewiesen.

6. Welche Vogelarten sind empfänglich für Geflügelpest?

Hausgeflügel: Hühner, Puten, Enten, Gänse, Fasanen, Wachteln und Strauße oder Emus

Wildvögel: am Bodensee bislang vor allem Reiherenten, Zwerg- und Haubentaucher, Möwen, Schwäne, Reihern oder Blässhühnern, aber auch Greifvögel und Eulen

Singvögel erkranken in der Regel nicht an Geflügelpest.

7. Sind Hunde und Katzen gefährdet?

Eine Übertragung auf Hunde und Katzen ist sehr unwahrscheinlich. Wir empfehlen jedoch bei Spaziergängen im Uferbereich oder bei Wohnlage am Seeufer Hunde und Katzen nicht freilaufen zu lassen.

8. Wie wird Geflügelpest übertragen?

Grundsätzlich findet die Ansteckung über den direkten Tier zu Tier Kontakt statt. Jedoch können die Viren auch über Ausscheidungen, Fahrzeuge, Personen, Futter oder Trinkwasser übertragen werden.

9. Was mache ich, wenn ich einen toten Vogel finde?

Verständigen Sie das Veterinäramt unter der Telefonnummer 08382-270 502 und versuchen Sie den Standort möglichst genau zu beschreiben. Singvögel sind nicht betroffen, nur Wassergeflügel, Hühner-, Gänse- und Greifvögel.

10. Ich bin Geflügelhalter und habe meine Tierhaltung noch nicht beim Veterinäramt gemeldet?

Melden Sie Ihre Geflügelhaltung umgehend unter Angabe von Name, Adresse und Anzahl der gehaltenen Tiere unter der Telefonnummer 08382-270 502.

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