21.4.2020 – Verfolgungsfahrt in Bad Wörishofen

22.4.2020 Bad Wörishofen. Am Dienstagmorgen, 21.4.2020, erkannte ein Polizeibeamter auf Streifenfahrt auf Höhe des Kirchdorfer Kreisverkehrs einen entgegenkommenden Pkw wieder als den, der ihm vor einer Woche bei einer Verkehrskontrolle entwischt war.

Während die Beamten ihren Streifenwagen wendeten, gab der Lenker des Fahrzeugs auch schon Vollgas, flüchtete erneut und lieferte in der Folge ein gefährliches und gefährdendes Verkehrsverhalten ab.

Mit teils 150 km/h raste der Flüchtende mit seinem Pkw BMW über die Landstraße und dann ortseinwärts auf der Kirchdorfer Straße zum Industriegebiet, um dann dort über die Robert-Bosch-Straße und weiter auf größtenteils Feldwegen in Richtung Norden unerkannt zu entkommen.

Die nachfolgenden Polizisten hatten bereits lange zuvor aus Sicherheitsgründen eine Verfolgung um jeden Preis eingestellt, sodass sich der Abstand zu dem Pkw BMW immer mehr vergrößerte.

Nördlich des Gewerbegebiets, etwa auf Höhe Unteres Hart, kam das Fluchtfahrzeug dann von der Fahrbahn ab und blieb im Acker stecken. Bis die Beamten am Pkw eintrafen, war der Fahrer bereits zu Fuß geflüchtet.

Bei der anschließenden Fahndung mit mehreren beteiligten Streifenfahrzeugen konnten die Polizisten dann einen 25-jährigen Mann feststellen, der sich zunächst als Spaziergänger ausgab. Allerdings verdichtete sich schnell der Verdacht, dass es sich bei dem Mann um den gesuchten BMW-Fahrer handelt. Er wurde deshalb vorläufig festgenommen und in die Arrestzelle gebracht.

Nach Darstellung der Polizei kam es bei der Flucht des Mannes zu mehreren Gefährdungssituationen mit dessen Pkw, so unter anderem wurden von ihm Überholmanöver versucht, bei denen der Gegenverkehr stark abbremsen musste, um einen Zusammenstoß zu verhindern.

Zudem kam es im Gewerbegebiet zu gefährlichen Vorfahrtmissachtungen. Zum Zeitpunkt der Verfolgung herrschte insbesondere im Gewerbegebiet reger Fahrzeug- und Fußgängerverkehr. Ungeachtet dessen nahm der Täter darauf keine Rücksicht, um seine Flucht vor der Polizei mit allen Mitteln durchzusetzen.

Das Motiv für die Flucht war schnell ermittelt, der 25-Jährige besitzt keinen Führerschein und hat den Pkw nach ersten Ermittlungen wohl unter Drogeneinfluss gelenkt. Daher wurde eine Blutentnahme angeordnet.

Bei der Durchsuchung des Pkw kamen zudem noch Rauschgift in geringer Menge sowie eine Pistole zum Vorschein. Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung wurden weitere Betäubungsmittel in größerer Menge sichergestellt.

Die Liste der Straftaten ist lang, die dem jungen Mann zur Last gelegt wird: Verstöße nach dem Betäubungsmittel- und Waffenrecht, dazu Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie Gefährdung des Straßenverkehrs. Zudem wird auch der Straftatbestand des verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit einbezogen in die Ermittlungen.

In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Memmingen wurde der 25-Jährige am Mittwoch einer Ermittlungsrichterin beim Amtsgericht Memmingen vorgeführt. Diese kam dem Antrag auf Untersuchungshaft nach. Der Mann wurde in eine bayerische Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Die Polizeiinspektion Bad Wörishofen bittet Verkehrsteilnehmer, welche am Dienstagvormittag, 21.4.2020, gegen 10:45 Uhr im nördlichen Gewerbegebiet der Kneippstadt in gefährdende oder gefährliche Situationen mit einem schwarzen BMW verwickelt waren, sich als Zeugen unter Tel. 08247-96800 zu melden.

Spürnase „Puma“ unterstützt beim Fahndungseinsatz

Im Zusammenhang mit der Festnahme des 25-jährigen Mannes kam auch ein erprobter Rauschgifthund der OED Neu-Ulm (Operative Ergänzungsdienste) zum Einsatz.

Der achtjährige belgische Schäferhund „Puma“ und sein Diensthundeführer übernahmen ab Fundstelle Pkw bis Festnahmeort des Täters die Absuche.

Zunächst im Auto und dann auch auf dem gesamten Weg erschnüffelte „Puma“ immer wieder geringe Mengen von Rauschgift, das der 25-Jährige auf seiner Flucht entweder verloren oder weggeworfen hatte.

Auch bei der Wohnungsdurchsuchung machte „Puma“ die noch anwesenden Polizeikräfte nahezu arbeitslos und fand innerhalb kürzester Zeit das Drogenversteck.

„Unglaublich, was der Hund in kurzer Zeit geleistet und aufgestöbert hat“, so der Einsatzleiter der PI Bad Wörishofen. Der Diensthundeführer bekam ein dickes Lob und „Puma“ natürlich ein paar Leckerlies von seinem Herrchen.

(PI Bad Wörishofen, DG 17:10 Uhr)

(Symbolfoto: Bayerische Polizei)
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