29.10.2021 – Corona: Deutlich steigende Infektionszahlen im Oberallgäu

29.10.2021 Landkreis Oberallgäu. Gesundheitsamt appelliert an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen und enge Kontaktpersonen selbst zu informieren.

Dr. Ludwig Walters, Leiter des Oberallgäuer Gesundheitsamtes, ist besorgt:

„Wir erleben aktuell – wie andere Regionen auch – einen beinahe exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen. Im Landkreis Oberallgäu und der Stadt Kempten erleben wir seit etwa zehn Tagen eine abrupte und sehr heftige Zunahme der Fallzahlen, die wohl fortschreiten wird.“ (7-Tage-Inzidenz lt. RKI am 29.10.2021: OA 371,1 KE 255,3) .

Ein Großteil der Infektionen tritt bei Kindern und Jugendlichen auf, aktuell sind flächendeckend etwa 40 Kitas und Schulen betroffen, einige gleich mit mehreren Klassen. Dazu kommen Infektionsketten aus beruflichen und mehr noch privaten Treffen, fröhliche Feste wie Geburtstage und Hochzeiten bringen im Nachgang gehäufte Covid-Fälle.

Das mit den Lockerungen normalisierte gesellschaftliche Leben führt zu vielen Kontakten mit entsprechenden Risiken, sich entweder das Coronavirus einzufangen oder es – meist unbemerkt – weiterzuverbreiten. Auch unter den Geimpften gibt es Positive, sie machen etwa ein Drittel der aktuellen Fälle aus.

„Es ist aber zu betonen, dass diese Gruppe sowohl persönlich besser geschützt ist und so gut wie keine schwerwiegenden Verläufe hat, als auch in deutlich geringerem Ausmaß Viren weiter verbreitet“, so Walters weiter.

„Wir werden absehbar alle persönlich mit dem Virus konfrontiert sein, der unbedingt sinnvollere Weg ist aber der als Geimpfter. Die Gesellschaft wird mit dem Virus leben lernen müssen. Die vierte Welle ist die der Ungeimpften, letztlich sind wir aber alle betroffen.“

Aufgrund dieser Entwicklungen und hunderter neuer Kontaktfälle pro Tag sei es auch bei sehr hohem Personaleinsatz kaum mehr möglich, die Index-Personen und deren teils komplexe und vielfältige Kontakte zu ermitteln und zeitnah enge Kontakte zu isolieren.

„Alle Bürgerinnen und Bürger sind gefordert, an der Bewältigung der Pandemie mitzuwirken. Das Gesundheitsamt ruft daher dazu auf, dass die bekannt gewordenen positiv getesteten Personen (mittels PCR bestätigt), umgehend selbst ihre engen Kontaktpersonen informieren“, so Walters.

Diejenigen, die ungeimpft sind, müssen sich umgehend isolieren (Dauer zehn Tage) und können sich – sofern sie keinerlei Symptome haben – frühestens ab Tag fünf nach dem letzten Kontakt mittels PCR oder ab Tag sieben mittels Schnelltest freitesten.

Geimpfte unterliegen – nur sofern keinerlei Symptome bestehen – keiner Quarantänepflicht. Sie werden nur dann noch vom Gesundheitsamt angerufen und beraten, wenn diese einen relevanten Kontakt zu Risikogruppen (immungeschwächte Personen) oder in sensible Bereiche (v.a. Klinik, Pflege, Kita, Schule) haben.

Wegen des hohen Drucks sollten Anfragen an das Gesundheitsamt nur in dringenden Fällen erfolgen – am besten per E-Mail. Sie werden – wie bisher auch – an sieben Tagen pro Woche gesichtet und bearbeitet.

Die Definition der „engen Kontaktperson“
Nach der Definition des RKI werden Kontaktpersonen zu einem bestätigten COVID-19-Fall bei Vorliegen mindestens einer der folgenden Situationen als enge Kontaktpersonen (mit erhöhtem Infektionsrisiko) definiert:

Aufenthalt im Nahfeld des Falls (

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