Bayerische Impfwoche vom 18. bis 24. April 2016

Montag, 18. April 2016 bis Sonntag, 24. April 2016

15.4.2016 Lindau (Bodensee). Die Bayerische Impfwoche macht darauf aufmerksam, wie wichtig die Impfung gegen Masern ist. Jugendliche und junge Erwachsene sind oft nicht ausreichend geimpft und erkrankten daher in den vergangenen Jahren gehäuft. Für Impffragen stehen in der Woche vom 18. bis 24. April im besonderen Maße viele niedergelassene Ärzte, Betriebsärzte sowie Apotheker zur Verfügung.

Wer sicher gehen möchte, ausreichend geimpft zu sein, kann den Impfpass nach Terminvereinbarung unter Telefon 08382 270-620 auch im Gesundheitsamt Lindau überprüfen lassen. Ebenso wie alle anderen Ärzte beraten die Gesundheitsämter zu allen Impffragen – nicht nur zu Masern.

Während der Impfwoche läuft bayernweit ein Spot „Masern – keine harmlose Kinderkrankheit“ in nahezu allen größeren Kinos vor den Spielfilmen und sensibilisiert für das Thema. Zudem wird über zahlreiche Online-Kanäle der 30-Sekunden-Spot möglichst vielen Menschen auch im Internet zugänglich gemacht und bayernweit an öffentlichen Bildschirmen, in Bahnhöfen, in Apotheken, Arztpraxen, Universitäten und Fitness-Studios zu sehen sein. (www.schutz-impfung-jetzt.de)

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml appelliert: „Wer sich gegen Masern und andere Krankheiten impfen lässt, schützt sich und andere. Die Entscheidung für das Impfen ist damit keine Privatsache, sondern im Interesse der Gesundheit vieler, vor allem derer, die nicht geimpft werden können. Das sollten auch Impfgegner bedenken.“ Die Ministerin unterstrich: „Mit der Bayerischen Impfwoche werben wir bayernweit für das Impfen. Ziel ist es, die Menschen vom Nutzen zu überzeugen, vergessene oder übersehene Impfungen nachzuholen und Impflücken zu schließen.“

In Bayern stieg in den vergangenen Jahren der Anteil von Erwachsenen bei den Masernerkrankungen. Beim letzten größeren Masernausbruch im Jahr 2013 erkrankten über 780 Personen. Fast die Hälfte waren 18 Jahre oder älter. Von diesen musste nahezu die Hälfte im Krankenhaus behandelt werden. Die Zahlen zeigen: Auch Erwachsene erkranken schwer an Masern. Daher ist die 4. Impfwoche besonders der Impfung gegen Masern gewidmet.

Über die Masern

Masern gehören zu den ansteckendsten Viruskrankheiten. Weltweit sind Masern eine führende Todesursache bei Kindern, obwohl seit 40 Jahren ein sicherer und wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht. 2003 starben weltweit mehr als eine halbe Million Menschen an Masern – meist Kinder. Nach Angaben der WHO sank die Zahl der Todesfälle bis 2014 auf 114 900 Todesfälle – ein großer Erfolg der Impfung.

Die Krankheit beginnt typischerweise mit grippeähnlichen Symptomen. Nach einigen Tagen entwickelt sich der typische Ausschlag. Masern führen zu einer vorübergehenden Immunschwäche. Andere Infekte wie Lungen- oder Mittelohrentzündungen sind die Folge. Selten tritt eine Gehirnentzündung auf, die zu dauerhaften Schädigungen und schlimmstenfalls bis zum Tod führen kann.

Impfen schützt

Die gut verträgliche Impfung schützt vor den Masern und möglichen Komplikationen. Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, sollten dringend ihren Masernimpfschutz überprüfen lassen: Wenn Sie gar nicht oder nur einmal im Kindesalter geimpft wurden, sollten Sie die Impfung nachholen. Das gleiche gilt bei unbekanntem Impfstatus, z.B. wenn der Impfausweis nicht mehr aufzufinden ist.

Eine Impfung verhindert auch die Verbreitung des Virus und damit die Ansteckung. Dies ist besonders wichtig für den Schutz von Säuglingen, die zu jung für die Impfung sind und schwere Komplikationen bei einer Masernerkrankung erleiden können. Die Ständige Impfkommission empfiehlt für Kinder ab elf Monaten eine zweimalige Kombi-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln, bei früherem Kita-Besuch bereits ab 9 Monaten.

Ziel ist die deutschlandweite Ausrottung der Masern. Dies ist in Nord- und Südamerika bereits gelungen und einige europäische Länder sind inzwischen nahe dran. Mit einer hohen Durchimpfungsrate könnten die Masern wie auch die Pocken bald der Vergangenheit angehören.

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