„Die Auswirkungen der EU auf ihr Unternehmen?“

31.10.2016 Memmingen. Diese Frage stellte das städtische Europabüro-europe direct assoziierter Partner, dem Vorstandsmitglied der Sparkasse Memmingen-Mindelheim-Lindau, Harald Post und den Vertriebsleiter Europa und Nordafrika, der Goldhofer AG, Renato Ramella, im Rahmen einer schulübergreifenden Veranstaltung in der FOS/BOS.

Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger begrüßte die weit über 300 Schülerinnen und Schüler des Vöhlin-Gymnasiums, des Marianums, der FOS/BOS, der Johann Bierwirth Schule, der Staatl. Berufsschule II sowie die Azubis der Firmen Goldhofer, Magnet-Schultz und der Stadtverwaltung. Im Rahmen seines Grußwortes ging das Stadtoberhaupt kurz auf die aktuelle Krisensituation ein, in der sich die EU gerade befindet. „Um so wichtiger ist es, die Vorteile und Auswirkungen der Europäischen Union für unsere heimische Wirtschaft aufzuzeigen“, so Holzinger.

Harald Post erklärte dem interessierten Auditorium auf sehr anschauliche Art und Weise die hochkomplexen Themenblöcke rund um die EU-Regulierungen, wie beispielsweise den Bankenabwicklungsfonds, Basel III und den Einlagensicherungsfonds. Der Einlagensicherungsfonds stellt Sparkassen und Genossenschaftsbanken vor große Herausforderungen, da diese seit jeher über ein eigenes Einlagensicherungssystem verfügen.

Auch die Vorzüge des neuen, europaweit einheitlichen Zahlungssystems SEPA zeigt das Vorstandsmitglied auf: „ Niedrige Kosten für europaweite Überweisungen und termingenaue Zahlungseingänge“ nannte Post als wesentliche Vorteile. Er verschwieg aber auch nicht den großen Mehraufwand für die Banken, den die Verfahrensumstellung mit sich brachte.

Insgesamt fasst er seine Ausführungen rund um das Thema wie folgt zusammen: „Zunehmende Regulierung und anhaltende Niedrigzinsphase stellen Banken und Sparkassen vor große Herausforderungen“.

Renato Ramella, Vertriebsleiter für Europa und Nordafrika der Goldhofer AG, stellte den Jugendlichen zunächst das Portfolio der Firma vor: Anhänger, Schwerlastmodule, Sattelanhänger und Flugzeugschlepper. Diese produziert und verkauft der Globalplayer weltweit. Der Absatz beträgt innerhalb der EU 45 %, außerhalb der EU 55 %, was bereits aussagt, wie wichtig für weltweit agierende Firmen wie die Goldhofer AG der europäische Binnenmarkt ist.

Ein wesentlicher Nutzen des Binnenmarktes läge in dem Wegfall der Währungskrisen, so Ramella. Er erklärt den Jugendlichen diesen Vorteil auf sehr praktische Art: „Stellt Euch vor, ihr bekommt 100€ Taschengeld und bestellt Euch hierfür etwas. Als die Ware geliefert wird, sind Eure 100 € plötzlich nur noch 70 € wert. Dann habt Ihr ein Problem“. So sei es den Firmen früher auch ergangen. „Dieses Währungsrisiko stellte uns oftmals vor große Herausforderungen“. Die Sicherheit im Zahlungsverkehr generiert den Betrieben jetzt große Handlungssicherheit.

Zusammenfassend sagt Ramella: „Für ein Unternehmen wie die Goldhofer AG hat der der Euro und der offene Binnenmarkt zu großem Wachstum geführt. Ich hoffe, dass wir diesen Euro-Raum weiterhin so leben können.“

Im Anschluß an die Vorträge lud Schulleiter Edwin Kunz die Jugendlichen noch zu einer Fragerunde ein. Die Schülerinnen und Schüler stellten viele Fragen zu den Themen: Strafzinsen für kleine Anleger, BREXIT, CETA, etc., die die Referenten bereitwillig und ausführlich beantworteten.

Alexandra Störl dankte den Referenten für ihre Ausführungen und den SchülerInnen für ihr zahlreiches Kommen. „Wir haben heute viele Vorteile der EU gehört“, so die Leiterin des Europabüros, „und nun wissen wir, warum es sich lohnt, für den europäischen Gedanken zu kämpfen!“

Info: Die nächste Veranstaltung des Europabüros, euope direct-assoziierter Partner, findet statt
am 29.11.16 um 19:00 Uhr im Rathaus zu dem Thema:
„Europas Perspektiven nach dem Brexit.“ Vortrag von Prof. Dr. Friedrich Heinemann

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