„Draußen umgeschaut“ Dezember 2022 / Januar 2023 – Der Erlenzeisig

19.12.2022 Landkreis Lindau. Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. stellt unter dem Motto „Draußen umgeschaut“ alle zwei Monate eine Tier- oder Pflanzenart in der lokalen Presse und auf den Internetseiten des LPV beim Landkreis Lindau (Bodensee) vor.

Dieses Mal möchten sie den Erlenzeisig (Spinus spinus), einen geselligen Finkenvogel, vorstellen.

Bei uns ist er die häufigste Art aus der Gattung der Zeisige. Im Winter kann man ihn in großen Schwärmen auf der Nahrungssuche in Fichten, Erlen, Birken und gelegentlich auch an Futterhäuschen im Garten beobachten. Oft sind sie mit den verwandten Birkenzeisigen und Stieglitzen unterwegs.

Im Winter gehören Fichtensamen zu ihrer wichtigsten Nahrung. Bei der Nahrungssuche turnen die wenig scheuen Vögel geschickt zwischen den dünnsten Zweigen umher oder suchen am Boden nach Samen.

((C) Landkreis Lindau)

Charakteristisch für den zierlichen, etwa 12 Zentimeter großen Vogel ist das schwarzgelbe Flügelmuster, der verhältnismäßig kurze Schwanz und der lange, spitze Schnabel. Das Männchen kann man gut an seiner leuchtend gelben Färbung und seinem schwarzen Scheitel erkennen. Das unscheinbarere Weibchen ist hingegen grauer und unterseits stärker gestreift. Leicht verwechseln kann man den Erlenzeisig mit dem Girlitz, der aber eine gelbe Stirn und dunkle Wangen hat.

Typisch ist der anhaltend schwätzende Gesang. Seine Stimme kann man unter https://www.vogelwarte.ch/de/voegel/voegel-der-schweiz/erlenzeisig nachhören.

Der Erlenzeisig brütet vor allem in lichten Nadelholzbeständen, aber auch in Gärten oder Parks. Das kleine, kompakte Nest wird meist hoch oben in Fichten gebaut. Die Brutzeit dauert von März bis in den Juli. 3-5 Eier werden vom Weibchen ausgebrütet, während das Männchen es mit Nahrung versorgt. Nach 11-14 Tagen schlüpfen die Jungen, die nach bis zu 16 Tagen flügge werden. Der Erlenzeisig brütet zwei Mal im Jahr.

Der Verbreitungsschwerpunkt der Erlebzeisige liegt, allerdings mit großen jährlichen und regionalen Schwankungen, in den Fichtenwäldern der mitteleuropäischen Mittelgebirge und der Nordalpen. Ihr Vorkommen und ihre Brut orientiert sich stark an dem Angebot an Nadelbäumen und deren jährlich schwankende Samenproduktion. In Bayern sind sie zerstreut bis lückig verbreitet. Mit der Vergrößerung der Fichtenbestände durch den Menschen, hat er sein Brutgebiet in Mitteleuropa in letzten Jahrhunderten ins Flachland ausgedehnt. Die Art ist derzeit nicht gefährdet.

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