Energiewende: Nordwestliches Unterallgäu wird Modellregion

11.5.2016 Landkreis Unterallgäu. Von heute knapp 40 auf 60 Prozent erneuerbarer Energie bei Strom- und Wärmeverbrauch in nur fünf Jahren – das ist das ambitionierte Ziel der Modellregion Unterallgäu Nordwest.

Unter Koordination des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (Eza) wollen der Landkreis Unterallgäu und die Lechwerke AG (LEW) gemeinsam mit weiteren Partnern Projekte anstoßen, um Energie einzusparen, die Energieeffizienz zu erhöhen und erneuerbare Energien auszubauen. Dafür erhalten die Projektpartner eine Förderung von knapp 870.000 Euro aus dem Energie- und Klimafonds der Bundesregierung über das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und dessen Projektträger, der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe.

Als Modellregion wurde der nordwestliche Landkreis ausgewählt mit den Verwaltungsgemeinschaften Babenhausen, Boos, Memmingerberg, Erkheim, Pfaffenhausen und Kirchheim.

Die Modellregion soll zeigen, ob und wie eine überwiegend auf erneuerbaren Energien beruhende Versorgung machbar ist. Landrat Hans-Joachim Weirather begrüßt die Auswahl der Modellregion: „Seit Jahren arbeiten wir im Unterallgäu ambitioniert an der Ausgestaltung der Energiewende. Nun werden wir als Modellregion für dieses Engagement belohnt.“ Vor allem freut sich Weirather − nachdem der Landkreis, Eza und LEW detaillierte Vorarbeit geleistet haben − nun dank Förderung innovative Projekte anzustoßen.

Neben dem Landkreis stehen auch die Kommunen und viele öffentliche und private Institutionen hinter der Energiewende-Modellregion. Mit dem Stromversorger und Verteilnetzbetreiber Lechwerke AG konnte ein wichtiger Partner gewonnen werden, der sich inhaltlich und finanziell einbringt. Zum Beispiel soll die Stromerzeugung aus vielen Solarstromanlagen, Biogasanlagen und Wasserkraftwerken auf den Stromverbrauch abgestimmt werden.

Eine tragende Rolle kommt außerdem der Bioenergie zu. Verschiedene innovative Bioenergie-Ansätze insbesondere zur Wärmeversorgung kommen dazu auf den Prüfstand. Geprüft werden soll auch, wie die Abwärme der Biomasseanlagen besser genutzt werden kann. „Wenn die Energiewende mit Bioenergie momentan irgendwo in Deutschland gelingen kann, dann hier“, ist sich der Eza-Geschäftsführer und Projektleiter Martin Sambale sicher.

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