Ermittlungen wegen Rauschgiftverkauf in Kempten

1.12.2016 Kempten/Allgäu. Im Zuge eines mehrerer Monate andauernden Rauschgiftermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft und Polizeiinspektion wurden gestern bis in den Abend hinein polizeiliche Ermittlungen getätigt, die bereits mittags begonnen hatten. Zwischenzeitlich liegt eine vorläufige Auswertung vor.

Bislang wurden durch Polizeibeamte verdeckte Ermittlungsmaßnahmen durchgeführt, die zur Identifizierung von insgesamt acht Hauptverdächtigen führten. Dabei handelte es sich um Bewohner zweier Asylbewerberheime in Kempten. Aufgrund der im Verfahren gewonnen Erkenntnisse wird ihnen der Handel meist aus den Unterkünften heraus und unter anderem an Minderjährige zur Last gelegt werden. Durch das Amtsgericht Kempten wurden acht Durchsuchungsbeschlüsse erlassen, die gestern Mittag zeitgleich vollzogen wurden.

Während dieser Durchsuchungen wurden weitere Erkenntnisse bekannt, so dass der Ermittlungskomplex auf weitere sechs Verdächtige erweitert werden musste, denen mindestens der unerlaubte Besitz von Betäubungsmitteln vorgeworfen werden kann. Ob auch diesen Beschuldigten Handeltreiben zur Last gelegt werden kann, wird im weiteren Verfahren geprüft.

Insgesamt durchsuchten die Polizeibeamten gestern 13 Wohnungen, von denen ein Teil zwangsweise geöffnet werden musste; eine Bewohnerin erlitt einen Schwächeanfall und wurde vorsichtshalber in ein Krankenhaus eingeliefert.

Schon während den laufenden Durchsuchungen erhärtete sich der bereits bestehende Verdacht, dass Teile der Hauptverdächtigen den Handel professionell abwickelten. So waren beispielsweise Verstecke angelegt worden, in denen sich bereits vorgefertigte Portionen befanden.

Nach Abschluss der Maßnahmen waren rund 300 Gramm Marihuana sichergestellt, sowie 20 Gramm einer noch unbekannten Substanz, die untersucht werden muss. Außerdem wird geprüft, ob es sich bei insgesamt über 7.000 Euro sichergestelltes Bargeld um einen Erwerb aus Drogenverkäufen handelt. Auch diverse Rauschgiftutensilien wurden aufgefunden. Sichergestellte elektronische Datenträger, wie beispielsweise Mobiltelefone werden im Rahmen des weiteren Ermittlungsverfahrens ausgewertet. Dieses zielt in der Hauptsache darauf ab, Hintermänner der Händler zu identifizieren.

Aber auch die Abnehmer werden zur Anzeige gebracht. Da es sich nach derzeitigem Kenntnisstand dabei auch um Minderjährige gehandelt hatte, wiegen die Vorwürfe gegen die tatverdächtigen Händler besonders schwer, was sich im Falle einer im Raum stehenden Verurteilung auf die zu verhängenden Strafen auswirken kann.

Aus Sicht der Polizei war es wichtig, die Strukturen zu zerschlagen, bevor sie sich verfestigen können und damit die Abgabe von Rauschgift an Minderjährige zu unterbinden.

(PP Schwaben Süd/West, 11.30 Uhr, ce)

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