Inklusion: Memmingen hat Konzeption für I-plus-Hort vorgestellt

17.11.2015 Memmingen. Die Stadt Memmingen hat in ihrem Bemühen um Inklusion einen weiteren Meilenstein geschafft. Seit Anfang des Jahres gibt es im Hort Wartburgweg unter dem Motto „Vielfalt ist Normalität“ eine sogenannte „I-plus-Gruppe“ für Kinder mit hohem Förderbedarf.

In enger Kooperation zwischen Hort, Jugendamt, Kita-Fachberatung und Familienberatungsstelle ist im Laufe des Jahres eine Konzeption entwickelt worden, die die Verantwortlichen nun dem Oberbürgermeister vorgestellt haben.

„Das neue Angebot war notwendig geworden, nachdem die Katholische Jugendfürsorge in St. Hildegard die heilpädagogische Tagesstätte geschlossen hatte“, erklärte Sozialreferatsleiter Manfred Mäuerle. Den von der Schließung betroffenen Kindern sollte weiterhin eine Betreuung vor Ort ermöglicht werden. Durch einen regulären Integrativplatz im Hort hätte der Bedarf nicht gedeckt werden können. „Deshalb wurde von der Hortleiterin am Wartburgweg Carolin Decker zusammen mit der Hortleiterin an der Edith-Stein-Schule Alexandra Gaisser, dem Kita-Fachberater Thomas Geyer und dem Jugendamt die I-plus-Konzeption entwickelt“, so Mäuerle.

„Durch einen höheren Personaleinsatz und eine verkleinerte Gruppenstärke können die Kinder im notwendigen Umfang gefördert werden“, sagte Carolin Decker. Darüber hinaus gebe es ein wöchentliches gruppentherapeutisches Angebot durch die Familienberatungsstelle. Der I-plus-Hort ist ein Angebot der Jugendhilfe in Form der Eingliederungshilfe.

„Das Konzept setzt auf die reguläre I-Hort-Arbeit noch weitere besondere Leistungen auf, die dann dem hohen Förderbedarf dieser Kinder gerecht werden“, stellte Jugendamtsleiter Jörg Haldenmayr fest. Die Vertreterinnen und Vertreter von Hort, Jugendamt, Kita-Fachberatung und Familienberatungsstelle hätten in enger Kooperation gemeinsam „etwas vollkommen Neues entwickelt“, betonte Haldenmayr. „Die Kinder gehen durch dieselbe Tür und erhalten in derselben Einrichtung in einer gemischten Gruppe eine speziell auf ihren Förderbedarf abgestimmte Betreuung.“ Die Kinder hätten darüber hinaus die Möglichkeit, am Rahmen- und Ferienprogramm des Regelhorts teilzunehmen. Mit diesem Inklusionsansatz sei „ein großer Wurf“ gelungen, unterstrich Haldenmayr, der die neue Konzeption jetzt auch im Jugendhilfeausschuss vorgestellt hat.

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