„Intelligent Gießen ist jetzt das A und O“

20.7.2022 Landkreis Unterallgäu. Gießen, Gießen, Gießen: So lautete früher die Devise an heißen Sommertagen. Doch durch die Trockenheit ist Wasser zu einem kostbaren Gut geworden.

Deshalb rät Kreisfachberater Markus Orf allen Gartenbesitzern zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem wertvollen Nass. „Intelligent Gießen ist jetzt das A und O“, betont der Fachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Unterallgäu. Mit ein paar Tricks könne man viel Wasser sparen – ohne Einbußen bei der Erntemenge oder Gemüsequalität zu riskieren. Zum Beispiel, wenn man Gemüsebeete mulcht, also mit einer Deckschicht vor der Hitze schützt. „Das verhindert ein zu schnelles Austrocknen des Bodens und man muss nicht so oft gießen.“ Gänzlich verzichten sollte man derzeit aufs Rasensprengen.

Zum Mulchen gibt Markus Orf folgende Tipps:

Material

Zum Abdecken der Beete kann man Rasenschnitt oder anderes Grüngut wie Pflanzenblätter – zum Beispiel von Rhabarber oder Salat – verwenden. Rasenschnitt sollte man antrocknen lassen, damit dieser nicht verklebt. Wer viele Brennnesseln im Garten hat, kann auch diese zum Mulchen nehmen. Die dunklen Blätter der Brennnessel haben einen wärmenden Effekt und sind damit besonders für Tomaten, Zucchini, Kohl oder Bohnen geeignet.

Zeitpunkt

Gemulcht werden kann von Frühjahr bis Herbst auf allen offenen Flächen. Ausnahme sind frisch angesäte Beete. Hier sollte man warten, bis die Pflanzen ausgetrieben sind.

Menge
Der Boden sollte vollständig bedeckt werden. Bei stark zehrenden Pflanzen wie Tomaten oder Zucchini kann die Schicht dicker sein als bei Pflanzen, die weniger Nährstoffe benötigen wie zum Beispiel Salat. Ist das alte Mulch-Material verrottet, sollte man erneut mulchen.

Vorteile

Eine Schicht Mulch hält den Boden nicht nur feucht. Sie schützt ihn bei starkem Regen auch vor dem Verschlämmen. Zudem sind die Bodenlebenwesen durchs Mulchen bis in die obersten Schichten aktiv und sorgen für einen lockeren, humusreichen Boden. Darüber hinaus ist das Mulch-Material ein guter Dünger, der den Boden mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Rasen- oder Heckenschnitt, der ohnehin anfällt, lässt sich so sinnvoll nutzen – als kostenlose und ökologische Alternative zu mineralischen Düngemitteln.

Beim Gießen sollte man folgendes beachten:

Material

Am besten verwendet man Regenwasser, das man in einer Zisterne oder in einer abgedeckten Tonne sammelt, in die Tiere oder spielende Kinder nicht hineinfallen können. Wer mit Leitungswasser gießen muss, sollte eine Gießkanne nutzen. Damit lässt sich die Wassermenge besser abschätzen als mit einem Gartenschlauch.

Zeitpunkt

Idealerweise gießt man morgens. Denn ein abends gegossener Boden bleibt über Nacht feucht und das zieht Schnecken an.
Häufigkeit Am sinnvollsten ist es, selten, dafür aber gründlich zu gießen. Gießt man häufig, aber wenig, erzieht man die Pflanzen zu Flachwurzlern, die Trockenphasen schlecht überstehen.

Menge

Bei Sommerwetter sollte man alle vier bis sieben Tage einmal bedarfsgerecht gießen: bei einer normalen Bepflanzung entspricht das einer Menge von etwa 20 Litern pro Quadratmeter, bei Jungpflanzen und Ansaaten sollte es die Hälfte beziehungsweise ein Viertel davon sein. Wenn man ein paar Stunden nach dem Gießen mit dem Spaten Erde abträgt und die Hauptwurzelschicht in 20 Zentimetern Tiefe ist feucht, stimmt die Menge.

Bodenbeschaffenheit

Wasser sparen kann man auch mit einem guten Boden. Arbeitet man Kompost, Gründünger oder Ernterückstände in den Boden ein, kann dieser durch den höheren Humusgehalt mehr Wasser aufnehmen. Weniger Gießen muss man auch, wenn man die Beete regelmäßig durchhackt. Denn dadurch können die Pflanzen das Wasser besser aufnehmen und die Verdunstung ist geringer.

Markus Orf ist sich sicher: Jeder, der diese Tipps beherzigt, wird den Erfolg sehen – auch alle, die aus ästhetischen Gründen bisher Vorbehalte gegen das Mulchen hatten. „Probieren Sie’s aus! Sie leisten damit nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Umwelt, sondern müssen auch weniger Gießkannen schleppen und bekommen einen tollen, fruchtbaren Boden.“

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