Lindau bekommt einen Wissenspfad

30.9.2016 Lindau (Bodensee). Dies hat der Stadtrat am Mittwochabend in öffentlicher Sitzung einstimmig angenommen. 18 in der Stadt verteilte Stationen sollen Wissenschaft für jedermann erlebbar machen und zu einer neuen Attraktion im Lindauer Stadtleben werden.

Die Stadträte wurden von Nikolaus Turner und Wolfgang Huang von den Lindauer Nobelpreisträgertagungen zusammen mit Oberbürgermeister Dr. Gerhard Ecker über das Projekt informiert. Die offizielle Einweihung des Wissenspfads ist im Rahmen der 67. Lindauer Nobelpreisträgertagung geplant. Dank einer Förderung der Prof. Otto Beisheim Stiftung ist die Finanzierung des Projekts gesichert, für die Stadt Lindau entstehen keine zusätzlichen Kosten.

Insgesamt wird der Wissenspfad 21 Standorte umfassen: 15 sogenannte Wissenspylonen – spiegelnde Skulpturen, die schon von weitem interessierte Besucher anziehen – sind auf der Insel Lindau geplant. Dazu kommen je drei Stationen auf dem Lindauer Festland sowie auf der Insel Mainau.

„Der Wissenspfad ist damit nicht nur unmittelbar in das städtische Leben integriert und für die Lindauerinnen und Lindauer jederzeit erfahrbar, sondern er erreicht zusätzlich eine riesige Zahl an Besuchern, die jedes Jahr nach Lindau und den Bodensee kommen“, hob OB Ecker die Bedeutung für die Stadt und die Attraktivität des Standorts Lindau hervor.

Die Pylonen erklären Fakten aus den unterschiedlichsten Bereichen der Natur- und Wirtschaftswissenschaften allgemeinverständlich. Dabei steht das jeweilige Thema stets in direkter Verbindung zum Standort – so soll beispielsweise eine Station am Leuchtturm die vielfältigen Erkenntnisse rund um das Thema Licht erörtern. Die Erläuterungen enthalten die Angabe, warum die Forschung mit einem Nobelpreis honoriert wurde und wer die entsprechenden Preisträger sind. An einer zentralen Station unmittelbar am Tagungsort Inselhalle wird zudem an die rund 430 Nobelpreisträger erinnert, die seit 1951 an den Lindauer Tagungen teilgenommen haben.

Für Bettina Gräfin Bernadotte, Präsidentin des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger, geht es um die Zugänglichkeit von Wissenschaft für alle, vor allem auch für die Jugendlichen: „Wissenschaft ist nichts Exklusives. Sie umgibt uns alle permanent, und genau das ist an den Stationen zu erleben und zu spüren. Insbesondere junge Menschen können damit Begeisterung für die Naturwissenschaften entwickeln – eines der zentralen Anliegen unseres Kuratoriums.“

Die Lindauer Schulen sollen aktiv in die Führungen rund um den Wissenspfad eingebunden werden. Per Quiz, Schülerrallye und nicht zuletzt einer Smartphone-App kann die junge Generation dabei die spannende Welt der Wissenschaft – auch virtuell – entdecken. Ergänzt wird der Wissenspfad durch eine Dauerausstellung im Lindauer Stadtmuseum, dem Cavazzen.

Dr. Fredy Raas, Vorstandsvorsitzender der Prof. Otto Beisheim Stiftung, erklärt: „Prof. Otto Beisheim lag die Förderung von Wissenschaft und Forschung immer sehr am Herzen. Wir freuen uns, die Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertagungen bei der Errichtung des Wissenspfads zu unterstützen und so insbesondere Kindern und Jugendlichen einen attraktiven Zugang zur Wissenschaftsgeschichte zu ermöglichen.“

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