Memminger Delegation in Tschernigiv

27.5.2016 Memmingen. Am Samstag startete eine fast 70-köpfige Delegation ab dem Allgäu Airport Memmingen für einige Tage nach Tschernigiv, um dort das 25-jährige Städte-Partnerschaftsjubiläum zu feiern.

Ein beeindruckendes Festprogramm erlebten dort neben Oberbürgermeister Dr. Holzinger einige Vertreter des Stadtrates, der Wirtschaft, der Bildungspartnerschaft, des BRK, des Reservistenmusikzuges sowie des Jagdbombergeschwaders 34 Memmingen (Jabo 34) und des Unterallgäuer Bauernchores.

Höhepunkt des Aufenthaltes war der überaus beeindruckende Festabend, an dem die beiden Oberbürgermeister Vladislaw Atroschenko und Dr. Ivo Holzinger die Partnerschaft erneut schriftlich bestätigten. Beide Stadtoberhäupter betonten „das tiefe, gewachsene Miteinander“. Holzinger nannte dabei die unzähligen Aktivitäten, insbesondere der Bürger beider Städte. Er ging hier auf die vielseitigen Kontakte ein, die im Laufe der Jahre entstanden sind. Beispielhaft seien hier nur genannt die Bildungspartnerschaft, der Austausch mit den Ärzten sowie die vielen kulturellen Begegnungen mit Chören und Tanzgruppen.

Holzingers Amtskollege Atroschenko ist erst seit kurzer Zeit im Amt. Er bedankte sich bei seinen Vorgängern und sieht auch „zukünftig viel Potential und großen Chancen in der Städtepartnerschaft“. Atroschenko strebt unter anderem einen intensiven Austausch im Rahmen der Stadtentwicklung an.

Ehrengast des Festabends war der Vertreter der deutschen Botschaft aus Kiew, Daniel Lissner. Lissner sprach von einer „der beständigsten und fruchtbarsten Partnerschaften zwischen Deutschen und Ukrainischen Städten“. Er wünschte der Städtepartnerschaft auch für die „nächsten Jahre alles Gute und viel Erfolg“.

Der Jubiläumsabend war eingebettet in ein buntes Showprogramm mit Darbietungen des Unterallgäuer Bauernchores, des Jabo 34 sowie ukrainischen Tanz- und folkloristischen Musikgruppen auf der großen Showbühne des Tschernigiver Dramentheaters. Der Abend endete mit einem spektakulären Feuerwerk am Ufer der Desna. Die Desna ist ein 1.130 km langer Nebenfluss des Dnepr im westlichen Teil Russlands und in der Ukraine.

Besonders bewegend waren neben den Momenten der gelebten Freundschaft auch die Momente des Innehaltens und Gedenkens. Die Delegation legte auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Tschernigiv ein Blumengebinde mit den Nationalflaggen der beiden Staaten und Nelken nieder.
Eingerahmt war dies von den deutschen und ukrainischen Militär-Musikgruppen sowie dem Unterallgäuer Bauernchor. Gesten der tiefen Freundschaft und Verbundenheit, die dem Frieden unter den Völkern Ausdruck verleihen.

Angesichts der Geschichte sehr emotionale Momente. Auch die jüngste Geschichte der Ukraine zeigte sich der Gruppe sehr präsent und sehr ergreifend. Auf dem Hauptplatz in der Stadt Tschernigiv, dem „Roten Platz“, hielt die Delegation vor Bildern inne, die im aktuellen Krieg verstorbene junge Soldaten aus der Stadt Tschernigiv zeigen. Seit Beginn des Krieges 134. Der letzte starb im Alter von 20 Jahren am 4.4.16… Das Leben in der Stadt Tschernigiv verläuft friedlich. Von den Kriegswirren in der Ukraine spürt der Besucher im Alltag und auf der Straße nichts.

Die Vertreter der Stadt und der Wirtschaft nutzten den Besuch auch, um mit einem Vertreter von Engagement Global, Institution die in enger Verbindung mit dem Bundesentwicklungsministerium steht, über künftige gemeinsame Projekte zu sprechen. Die Bundesregierung stellt hier möglicherweise Fördergelder zur Verfügung, die der Städtepartnerschaft Memmingen – Tschernigiv zu Gute kommen könnten.

Die Delegation freute sich sehr beim Besuch der tschernigver Feuerwehr ein altes Feuerwehrfahrzeug aus Memmingen präsentiert zu bekommen. Das Auto leistet dort auch heute noch hilfreiche Dienste. Beim Besuch des Krankenhauses Nummer 2 zeigten sich vier hochglanzpolierte, ehemalige Rettungsfahrzeuge aus Memmingen in strahlendem Glanz.

In der Internatsschule Juri Kozubinsky überreichte Oberbürgermeister Dr. Holzinger mit seiner Delegation im Namen der Elsbethen Schule einen SpendenScheck. Schüler, Eltern und Lehrer sammelten hier für ihre Partnerschule in der Ukraine. Die Kinder freuten sich riesig und dankten mit einem kleinen Showprogramm.

Nach einigen sehr ereignisreichen und bewegenden Tagen reiste die Delegation mit vielen positiven Eindrücken und netten Begegnungen mit alten und neuen Freunden wieder nach Hause.

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