Neues Bundesrogramm “Sprach Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist”

18.7.2016 Lindau (Bodensee). Sprache ist der Schlüssel zu gleichen Bildungschancen für alle Kinder von Anfang an. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sprachliche Bildung besonders wirksam ist, wenn sie früh beginnt. Im Kita-Alltag finden sich zahlreiche Anlässe um den Spracherwerb und die Sprachentwicklung von Kindern anzuregen.

Auch im Landkreis Lindau gibt es einen Verbund von Sprach-Kitas mit unterschiedlichen Konzepten. Auf dem zweiten Verbundtreffen der Fachkräfte und Kita-Leitungen wurden diese Konzepte vorgestellt.

Mit dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ unterstützt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die alltagsintegrierte sprachliche Bildung in Kitas. Von Januar 2016 bis Dezember 2019 stellt der Bund insgesamt 400 Millionen Euro zur Verfügung. Alle Sprach-Kitas werden durch eine zusätzliche Fachkraft mit Expertise im Bereich sprachliche Bildung unterstützt, die in der Kita mit dem Team Konzepte für die alltagsintegrierte sprachliche Bildung umsetzt. Zusätzlich betreut die Pädagogin Barbara Schmidt, als externe zusätzliche Fachberatung in Trägerschaft des Landkreises Lindau, den regionalen Verbund von 12 Kitas in den Landkreisen Oberallgäu–Lindau-Kempten. In regelmäßigen Arbeitskreisen qualifiziert sie die zusätzlichen Fachkräfte und begleitet die Tandems aus Fachkräften und Einrichtungsleitung bei der Qualitätsentwicklung im Bereich sprachliche Bildung.

Nun fand der 2. Arbeitskreis des Gesamt-Verbundes in Scheidegg statt. „Klein reinkommen-groß rauskommen“, mit diesem Slogan stellte das Kinderhaus Nord in Sonthofen seine sprachliche Bildungsarbeit im Arbeitskreis vor. Mit seinem Sprachförderkonzept, das sich auf die Säulen alltagsintegrierte Sprachförderung, Partizipation, Bewegung und Inklusion beruft, ist das Kinderhaus Nord in Immenstadt eine von den 12 „Sprach- Kitas“, in der Region Lindau-Oberallgäu Kempten, die im Rahmen des Bundesprojekts im Zeitraum bis 2019 finanziell gefördert werden.

Die ebenfalls anwesenden Mitarbeiterinnen des Jugendamtes Lindau mit dem Leiter Patrick Zobel und die Mitarbeiterin des Landkreises Oberallgäu, Regine Hoffmann, zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt und Qualität der pädagogischen Angebote der Sprach-Kitas für Kinder mit Fluchterfahrung, Migrationshintergrund und deutschen Kindern mit Sprachentwicklungspotential. Pädagogische Qualität für die Allerkleinsten bezieht auch die Familien der Kinder in den Alltag der Kita mit ein. So stellte die Fachkraft für sprachliche Bildung, Sonja Walser, von der Kindertagesstätte St. Blasius in Weiler-Simmerberg, ihr Konzept des Elternkaffees „St. Blasius Redezeit“ vor. Auch in der entstehenden Kita Bücherei der AWO Kita, Regenbogenhaus in Kempten werden Eltern mit Migrationshintergrund aktiv in den Kita Alltag einbezogen.

Die „Zweitsprache entwickelt sich aufgrund der Erstsprache“, so Sprachfachkraft Nermina Dzinic, die in ihrem Büchereikonzept Literatur zum Vorlesen in den Muttersprachen vorsieht. Auf Bewegung als Motor für Sprachentwicklung setzt die evangelische Kita Johannis in ihrem sprachlichen Bildungskonzept und nutzt dabei Spiele um gezielt Kinder mit Sprachentwicklungspotential zu fördern. „In den Sprach-Kitas weht frischer Wind“, freut sich Fachberaterin Barbara Schmidt, die mit einer halben Stelle die Kitas im Verbund begleitet. „Gerne stecken wir andere mit an, allen Kindern mit früher Bildung gleiche Chancen zu geben.“ Der frische Wind der Sprach-Kitas ist auch in den Metaphern des Teams vom Städtischen Kindergarten in Immenstadt zu spüren: „Unsere Arbeit mit Sprache ist wie das Tor zur Welt öffnen, der Schlüssel zur Schatzkiste des Kindes oder auch ein Tanz um die Welt …“

In einer abschließenden konkreten Planungsrunde endete der Arbeitskreis mit dem einstimmigen Wunsch der Fachkräfte nach einer mehrtägigen Block-Fortbildung: „Wir wollen uns fachlich immer weiter qualifizieren!“

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