Skulptur des Bildhauers Alf Lechner als Schenkung in Memmingen

12.7.2016 Memmingen. Die neue Skulptur des international renommierten Stahlbildhauers Professor Alf Lechner ist nicht zu übersehen. Vier Meter hoch thront sie am Fuß des Hühnerbergs gegenüber der Eissporthalle. Schwungvoll zog Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger bei der feierlichen Eröffnung ein Tuch in den Memminger Stadtfarben vom Kunstwerk und gab es damit frei für die Betrachtung im öffentlichen Raum.

„Wir freuen uns sehr über dieses imposante Werk von Alf Lechner. Über den Standort haben wir uns lange Gedanken gemacht“, erklärte der Oberbürgermeister. Gewählt wurde eine Grünfläche unterhalb der bestehenden Bebauung am Hühnerberg und des neuen Baugebiets Dobelhalde. „Als ich vor kurzem vorbeigefahren bin, hatten Kinder die neue Kiesfläche und das Kunstwerk schon für sich erobert“, bemerkte der OB zufrieden.

Die Großplastik ist ein Geschenk an die Stadt Memmingen von Galerist und Kunstsammler Albrecht Widmann und dessen Lebenspartner Kenneth Barlow, informiert Kulturamtsleiter Dr. Hans-Wolfgang Bayer. Albrecht Widmann, der heute in Bournemouth an der Südküste Englands lebt, wurde 1944 in Memmingen geboren. Dort ist er in der Maximilianstraße im Haus seiner Großmutter, der Caféhausbesitzerin Maria Rieger, aufgewachsen. Herr Widmann sieht in der Schenkung nach eigenem Bekunden eine Gabe an die Bürgerschaft seiner Heimatstadt und darüber hinaus eine Würdigung der langjährigen Tätigkeit von Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger für Memmingen.

Die Skulptur stand bislang vor dem Anwesen von Albrecht Widmann und Kenneth Barlow in Geretsried bei München. Dort betrieb Widmann seit dem Jahr 2001 den sogenannten „Kunstbunker“ als Ort für ein hochkarätiges Ausstellungsprogramm. Sein Wegzug nach England 2015 führte nun zu diesem bedeutenden Neuzugang für die Kunst im öffentlichen Raum unserer Stadt.

Der Bildhauer Alf Lechner hat der Arbeit den Titel 174/1970/1985 gegeben und nimmt damit Bezug auf die Jahre des Entwurfs und der endgültigen Ausführung. Ausgangspunkt für Lechners Ouevre sind geometrische Grundformen wie Kreis, Quadrat, Rechteck oder Quader. Mit einer planmäßigen Zerlegung, Verbiegung und Neuordnung dieser Formen sollen deren Bauprinzipien neu wahrnehmbar werden.

Das Werk aus starkwandigem Vierkantstahlrohr ist gleichzeitig typisch für die hohe Abstraktion, der sich der 1925 in München geborene Lechner in all seinen Stahlplastiken verschrieb. „Alf Lechner ist einer der renommiertesten lebenden Stahlbildhauer in Deutschland. Seine nur scheinbar simplen Werke aus geometrischen Grundformen sind Ergebnis einer sorgfältig durchdachten Reduktion von Raum und Material“, würdigte Kulturamtsleiter Dr. Hans-Wolfgang Bayer. Die bisweilen provozierende Reduktion seiner Arbeiten begründet Lechner mit der Maxime, dass „man wirkliche Entdeckungen nur in den einfachsten Formen machen kann“.

Das Gesamtwerk des vielfach ausgezeichneten Künstlers (u.a. 1990 Medaille „München leuchtet“, 2008 Bayerischer Verdienstorden) kann im Ingolstädter „Alf Lechner Museum“ bestaunt werden, das die Stadt Ingolstadt seit dem Jahr 2000 zusammen mit der Alf Lechner-Stiftung betreibt.

Die Skulptur wurde in den letzten Tagen vom städtischen Bauhof auf einem Rasenstück an der Abzweigung Hühnerbergstraße/Spitalmühlweg gegenüber der Eissporthalle aufgestellt und soll zukünftig sowohl für die Besucher der vielgenutzten Sportstätte wie die Bewohner der Quartiere Hühnerberg und Dobelhalde ein Fixpunkt sein.

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