Unterallgäuer Kinderbetreuungsangebote in wenigen Jahren deutlich verbessert

2.12.2015 Landkreis Unterallgäu. Was noch vor wenigen Jahren nur in größeren Kommunen denkbar war, ist inzwischen in allen Gemeinden im Landkreis Realität: Überall im Unterallgäu gibt es umfassende Angebote der Kinderbetreuung – für Kleinkinder ebenso wie für Schüler.

Die Unterallgäuer Fachberaterin Manja Sailer und Schulamtsdirektorin Elisabeth Fuß zogen im Jugendhilfeausschuss des Unterallgäuer Kreistags jetzt eine durchweg positive Bilanz. „Von diesen Zahlen haben wir vor ein paar Jahren nur geträumt“, freute sich Landrat Hans-Joachim Weirather und bedankte sich sowohl beim Freistaat für die finanzielle Unterstützung als auch bei den Gemeinden für ihren Einsatz. Auch die Angebote der Ferienbetreuung wurden deutlich ausgebaut.

Inzwischen stehen laut Sailer im Unterallgäu 61 Krippengruppen mit insgesamt 898 Plätzen für die Betreuung der unter Dreijährigen zur Verfügung. Noch vor fünf Jahren waren es insgesamt lediglich 441 Plätze gewesen. Seit August 2013 gibt es einen Rechtsanspruch auf die Betreuung in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege. „Der Krippenausbau im Unterallgäu ist fast abgeschlossen“, so die Fachberaterin. Jedes dritte Kind unter drei Jahren kann nun entweder eine Kindertagesstätte besuchen oder von einer Tagesmutter betreut werden. Dies entspricht dem ermittelten Bedarf. Hinzu kommen die 4720 Plätze, die in 82 Einrichtungen im Landkreis für Kindergartenkinder angeboten werden.

Ob Hortgruppen, Schulkindbetreuung im Kindergarten, gebundene Ganztagsschule, Mittagsbetreuung oder offene Ganztagsschule – auch die Nachmittagsbetreuung von Schulkindern habe, wie Schulamtsdirektorin Fuß dem Ausschuss erläuterte, in den vergangenen Jahren einen großen Sprung nach vorn gemacht. Gebundene Ganztagesklassen besuchen 291 Schüler. An 24 Schulstandorten steht für 767 Grundschulkinder die Mittagsbetreuung zur Verfügung und 564 Schüler nehmen an elf Schulen offene Ganztagesangebote in Anspruch. Gerade die offenen Betreuungsformen seien dank ihrer Flexibilität bei den Familien sehr beliebt, so Fuß. Der Trend gehe ganz eindeutig in Richtung offene Ganztagsschulen.

Doch wie sieht es in den Schulferien aus? Auch hier seien die Angebote in den vergangenen Jahren Zug um Zug deutlich verbessert worden, betonte Sailer. Quer durch die Gemeinden des Landkreises gebe es verschiedenste erfolgreiche Projekte.

Info: Eine Übersicht über alle Angebote findet man im Kinderbetreuungsportal des Landkreises unter www.unterallgaeu.de/kinderbetreuung

Weitere Themen in Kürze:

Haushaltsplan vorgestellt: Jugendamtsleiter Otto Gaschler stellte den Mitgliedern des Jugendhilfeausschuss die Eckdaten und wichtigsten Positionen des Kreishaushalts im Bereich der Jugendhilfe vor. Er betonte dabei, dass das Zahlenwerk aktuell noch etliche Unwägbarkeiten enthalte. Hintergrund sei der große Zustrom an Flüchtlingen. Das Jugendamt am Landratsamt ist für die minderjährigen Flüchtlinge zuständig, die ohne erwachsene Begleitung nach Deutschland kommen. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses empfahlen dem Kreistag einstimmig, den vorgelegten Entwurf des Haushaltsplans anzunehmen.

Mehr Geld für die Schwabenhilfe: Seit über drei Jahrzehnten fördert der Verein Schwabenhilfe in „Schulvorbereitenden Einrichtungen“ (kurz: SVE) Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und mit Sprachschwierigkeiten – ein „Erfolgsmodell“, wie Landrat Hans-Joachim Weirather betonte. Über zwei Drittel von ihnen kann im Anschluss an die SVE eine Regelklasse der Grundschule besuchen. Unterallgäuer Kinder werden in sechs Gruppen an zwei SVE-Standorten (in Memmingen und in Mindelheim) gefördert. Um die Qualität dieser besonderen Förderung aufrechterhalten zu können und die Fachkräfte etwas zu entlasten, soll nun im kommenden Jahr an jedem Standort eine zusätzliche Kinderpflege-Fachkraft eingestellt werden. Dafür muss der Umlagebeitrag für die Vereinsmitglieder (unter anderem fast alle Landkreise und kreisfreien Städte in Schwaben) erhöht werden. Der Jugendhilfeausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, diese Mehrkosten in Kauf zu nehmen. Allerdings soll die Umlage nach Meinung des Ausschusses nicht anhand der Zahl der SVE-Gruppen, sondern anhand der Standorte festgelegt werden. Mit diesem Mandat soll der Unterallgäuer Vertreter in die Mitgliederversammlung der Schwabenhilfe gehen.

Kommunale Jugendarbeit im Unterallgäu: Einen Einblick in ihre Arbeit gaben die beiden Kreisjugendpflegerinnen Julia Veitenhansl und Lisa Hofmann dem Jugendhilfeausschuss. Hierzu gehört es unter anderem, die Jugendbeauftragten der Gemeinden zu unterstützen und die Gemeinden beim Auf- und Ausbau der Jugendarbeit zu beraten. Hinzu kommen laut Veitenhansl beispielsweise das Kinderkino, Präventionsprojekte und Jugendschutz-Beratungen für Vereine. Ein wichtiges Thema 2015 sei auch das Führungszeugnis für Ehrenamtliche gewesen, so Hofmann. Hierzu fanden elf Infoveranstaltungen statt.

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