Viele Impulse für seniorengerechte Ortsgestaltung im Unterallgäu

26.10.2015 Landkreis Unterallgäu. Sieben Gemeinden im Unterallgäu arbeiten inzwischen gezielt daran, ihren Ort altersgerecht zu gestalten.

Um sich auszutauschen und bei der Quartiersentwicklung voneinander zu lernen, haben sie sich jetzt im Landratsamt in Mindelheim getroffen.

Vertreter aus den Gemeinden stellten ihre Projekte vor, berichteten über Erreichtes und sprachen auch Schwierigkeiten an. Am Ende nahmen die Teilnehmer viele Anregungen mit nach Hause.

Mit der altersgerechten Quartiersentwicklung befasst sind derzeit Mindelheim, Wolfertschwenden, Erkheim, Ettringen, Lautrach, Ottobeuren und Rammingen. Wie Hubert Plepla von der Seniorenkonzept-Koordinationsstelle informierte, können sich jährlich bis zu zwei weitere Gemeinden beim Landratsamt für eine Quartiersentwicklung bewerben. Gemeinden, die ausgewählt werden, erhalten vom Landkreis eine Förderung von bis zu 5.000 Euro, aber maximal 40 Prozent der Umsetzungskosten. Zudem werden die teilnehmenden Gemeinden von der Koordinationsstelle dauerhaft bei dem Prozess begleitet. Hilfreich war laut Plepla darüber hinaus, dass den Unterallgäuer Gemeinden auch Fördermittel aus bayerischen Ministerien, dem EU-Programm Leader und dem Deutschen Hilfswerk zur Verfügung standen.

Bei dem Treffen schilderten die Gemeinde-Vertreter ihre Erfahrungen. Sie diskutieren zum Beispiel rege darüber, wie es gelingt, die Beteiligten bei der Stange zu halten, neue Mitstreiter zu gewinnen und die Bürger nachhaltig einzubinden. Die Bürger langfristig zu motivieren sei eine große Herausforderung, hieß es. Daneben sprachen die Teilnehmer unter anderem über die Aufgaben eines Quartiersmanagers, über die Bedeutung von Netzwerkarbeit und zogen Bilanz, was sich durch die Quartiersentwicklung verändert hat.

Mindelheim, Wolfertschwenden und Erkheim waren die ersten drei Kommunen, die eine Quartiersentwicklung begonnen haben. In allen drei Orten gibt es inzwischen vielfältige Angebote, die älteren Menschen das Leben in der Heimatgemeinde leichter machen – ob Nachbarschaftshilfe, Wohngemeinschaft oder „Mobilitätspass“. Außerdem wurden in den drei Kommunen Quartiersmanager angestellt. Dass man dringend eine hauptamtliche Kraft in der Gemeinde braucht, die sich um die Quartiersentwicklung kümmert, darin waren sich die Teilnehmer der Gesprächsrunde einig. In Ettringen, Lautrach, Ottobeuren und Rammingen werden derzeit Arbeitsgruppen aufgebaut und Projekte geformt und umgesetzt.

Einen Blick über den Tellerrand hinaus ermöglichte Betty Mehrer. Die Seniorenbeauftragte der Gemeinde Weyarn im oberbayerischen Landkreis Miesbach berichtete, wie die Umsetzung der dortigen Dorfentwicklung gelungen ist und gab den Teilnehmern auch so wertvolle Impulse mit auf den Weg.

Info: Viele weitere Informationen zur Quartiersentwicklung und zum Seniorenkonzept sind im Internet unter www.unterallgaeu.de/seniorenkonzept zu finden.

Was ist eine Quartiersentwicklung?

Die Quartiersentwicklung ist ein Baustein des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts des Landkreises Unterallgäu. Gemeinden, die ein Quartierskonzept erstellen, erarbeiten eine Strategie, um mit der demografischen Entwicklung, also mit den Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft, umzugehen. Bei der Umsetzung wird das Lebensumfeld so gestaltet, das auch Menschen mit Unterstützungsbedarf möglichst lange daheim wohnen bleiben können. Zuhause alt werden – das haben sich die Unterallgäuer in einer Befragung gewünscht. Entwickelt wird das Quartierskonzept federführend von Bürgern und lokalen Akteuren. Der Landkreis unterstützt die jeweiligen Gemeinden finanziell und konzeptionell. Fachlich begleitet wird der Prozess zudem von der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (AfA). Für die wissenschaftliche Auswertung wurde das Kuratorium für Deutsche Altershilfe (KDA) beauftragt.

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