Zwei Initiativen aus dem Landkreis Lindau mit Integrationspreis ausgezeichnet

17.11.2016 Lindau (Bodensee). Integrationsstaatssekretär Johannes Hintersberger und Regierungspräsident Karl Michael Scheufele haben in Augsburg den schwäbischen Integrationspreis verliehen. Geehrt wurde unter anderem der Verein „Freunde statt Fremde“, der in Lindenberg ein Sprachlabor eingerichtet hat, und das Projekt „Neue Nachbarschaften im Landkreis Lindau – ein gegenseitiger Gewinn“ unter der Trägerschaft des Landkreises Lindau.

Das Engagement im Bereich Integration in Schwaben ist vielfältig. Aus all den Initiativen erhalten dieses Jahr fünf Projekte – ausgewählt unter Beteiligung der kreisfreien Städte und der Landkreise – jeweils 1.000 Euro Preisgeld. Das Preisgeld von insgesamt 5.000 Euro stellt das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration zur Verfügung. „Selbstverständlich kann das Preisgeld kein „Lohn“ für Ihre Arbeit sein, denn diese ist von unschätzbarem Wert für unsere Gesellschaft. Das Preisgeld soll vielmehr eine kleine Anerkennung Ihrer Verdienste um die Integration in Schwaben sein und Ihnen helfen, Ihre erfolgreiche Arbeit fortzusetzen.“, stellte Regierungspräsident Karl Michael Scheufele fest. Auch das ehrenamtliche Engagement bei der Betreuung von Asylbewerbern wurde dieses Jahr zum dritten Mal gewürdigt.

„Integration gelingt vor Ort am besten. Dort leben wir unsere Werte und Traditionen und dort sprechen wir unsere Sprache. Sprache ist der Schlüssel zur Integration in Gesellschaft und Arbeitswelt. Als Schwabe bin ich besonders stolz darauf, dass es in meiner Heimat so viele Unterstützungsangebote zur Integration gibt. Die heute prämierten Projekte zeigen, mit welchem Ideenreichtum und mit wie viel Energie sich die Menschen hier für eine gemeinsame Zukunft einsetzen. Allen Bewerbern und natürlich unseren Preisträgern danke ich daher für ihr großartiges Engagement. Integration muss aber beidseitig funktionieren. Sie braucht auch die Bereitschaft und eigene Anstrengungen der Zuwanderer. Diese fordern wir ein. Ebenso wie die Anerkennung unserer Werteordnung und Rechtsstaatlichkeit“, erklärte Integrationsstaatssekretär Johannes Hintersberger.

Geehrt wurde der Verein „Freunde statt Fremde“, der in Lindenberg ein Sprachlabor eingerichtet hat. Dort stehen acht Arbeitsplätze mit Laptop, Maus, Headset und Internetverbindung den Flüchtlingen zur Verfügung. Asylbewerber können hier ihre Deutschkenntnisse selbstständig verbessern. Das Sprachlabor ist als Ergänzung zu den Deutschkursen gedacht. Über 250 Flüchtlinge haben an den Arbeitsplätzen im Sprachlabor bereits gelernt, die meisten davon bislang Männer. Frauen soll deshalb künftig mehr Mut gemacht werden, das Angebot ebenfalls zu nutzen.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Projekt „Neue Nachbarschaften im Landkreis Lindau – ein gegenseitiger Gewinn“ unter Trägerschaft des Landkreises Lindau. Es handelt sich hierbei um ein ganzheitliches Konzept für die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern, das sowohl die neuen Bürger als auch die Nachbarschaft frühzeitig einbindet. Asylsozialberatung und Helferkreise koordinieren in den Unterbringungen mit Hilfe von qualifizierten Kultur- und Sprachmittlern Begleitungen, Hilfen bei Anträgen, Anmeldung und Vermittlungen. Die Flüchtlinge werden schnellstmöglich in Quartiersversammlungen und –treffen eingebunden, um das Miteinander und die Eigeninitiative zu stärken und um Konflikte und Probleme zu lösen.

Begleitet wurden die Preisträger von Landrat Elmar Stegmann, der den Preisträgern ganz herzlich zum schwäbischen Integrationspreis gratulierte: „Ich bedanke mich für das herausragende Engagement und bin stolz, dass sogar zwei Initiativen aus dem Landkreis Lindau mit dieser Auszeichnung bedacht wurden. Für diese beispielgebende Integrationsarbeit sind wir sehr dankbar.“

Weitere Preisträger sind das interkulturelle Frauenfrühstück im Landkreis Günzburg, der Volkshochschulkurs im Landkreis Neu-Ulm für ehrenamtliche Bildungs- und Integrationsmentoren und die von Studenten der Universität Augsburg und der TU München programmierte Handy-App „Integreat“.

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